Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
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Viruserkrankung bei Vögeln

Aviäre Influenza / Geflügelpest / Vogelgrippe

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Hühner - Freilandhaltung - © ccke / Fotolia.com
Hühner - Freilandhaltung
© ccke / Fotolia.com

Was für eine Erkrankung ist die Geflügelpest?

Bei der Geflügelpest, umgangssprachlich auch Vogelgrippe genannt, handelt es sich um eine anzeigepflichtige Tierseuche, die durch Influenza A-Viren ausgelöst wird. Bei den aviären Influenzaviren kann man grundsätzlich zwischen zwei Gruppen, den so genannten niedrig pathogenen (pathogen bedeutet eine Krankheit verursachend) und den hoch pathogenen Influenzaviren unterscheiden. Die hoch pathogenen aviären Influenzaviren (insbesondere Subtyp H5N1) können bei Nutzgeflügel, zum Beispiel bei Hühnern oder Puten, zu hohen Tierverlusten führen. Die niedrig pathogenen Influenzaviren rufen dagegen oftmals nur geringe bis gar keine Krankheitsanzeichen hervor, da diesen Viren die Eigenschaften zum Auslösen einer schweren Erkrankung fehlen.

Aktuelle Lage zur Geflügelpest

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bestätigt im November 2016 die Infektion von Wildvögeln mit hochpathogener aviärer Influenza (Geflügelpest) vom Subtyp H5N8 in Plön, Schleswig-Holstein. Weitere Verdachtsfälle aus Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg (Bodensee) werden derzeit untersucht. Auf der schweizerischen und österreichischen Seite des Bodensees werden ebenfalls Verdachtsfälle bei tot aufgefundenen Wildvögeln abgeklärt.

Bei den aktuellen Ausbrüchen von hochpathogener aviärer Influenza (Geflügelpest) bei Wildgeflügel wurde ein Virus vom Subtyp H5N8 festgestellt. Infektionen des Menschen mit H5N8 sind bisher nicht bekannt. Eine Übertragung des Erregers (H5N8) über infizierte Lebensmittel ist theoretisch denkbar, aber unwahrscheinlich.

Ornithologische Restriktionsgebiete in Hessen:
• längs des Rheins incl. Biedensand, Kühkopf und Mainmündung,
• längs des Mains,
• Brutgebiete in der Wetterau,
• Heuchelheimer Seen,
• Niederweimarer Seen,
• Werra bei Obersuhl,
• Fuldaauen bei Kassel,
• Edersee-Sperre

Beachten Sie die aktuelle Berichterstattung des FLI .

Erlass vom 9. Februar 2017 zur Stallpflicht

Die Stallpflicht gilt mit der Neuregelung des Erlasses an die Regierungspräsidien nur noch in Landkreisen mit hoher Geflügeldichte sowie in ornithologischen Risikogebieten mit hoher Wildvogeldichte und in der Nähe von Wildvogelrast- bzw. Wildvogelsammelplätzen. Durch die Lockerung der Stallpflicht sind 11.700 private und gewerbliche Geflügelbestände mit etwa 1,1 Millionen Tieren entlastet. Für 11.800 Bestände mit etwa 2,7 Millionen Tieren bleibt die Stallpflicht erhalten. Das Ministerium empfiehlt den zuständigen Veterinärbehörden allerdings, in den weiterhin von der Aufstallungspflicht betroffenen Landkreisen bei Ausnahmegenehmigungen für Rassegeflügelzüchterinnen und -züchter eine erneute zeitnahe Prüfung unter Berücksichtigung tierschutzrelevanter Beeinträchtigungen vorzunehmen. Vogelausstellungen bleiben landesweit verboten.

Betroffen von der Stallpflicht laut Erlass sind folgende Landkreise und kreisfreien Städte (Darstellung auf einer Karte ):

Regierungsbezirk Kassel
Kassel einschließlich Stadt Kassel
Waldeck-Frankenberg
Schwalm-Eder-Kreis
Hersfeld-Rothenburg
Fulda

Regierungsbezirk Gießen
Lahn-Dill-Kreis
Limburg-Weilburg

Regierungsbezirk Darmstadt
Wetteraukreis
Darmstadt-Dieburg einschließlich Stadt Darmstadt

Biosicherheitsmaßnahmen

Hierunter werden alle Vorsichtsmaßnahmen verstanden, die einerseits den Eintrag gefährlicher Tierseuchenerreger aus der Umwelt erschweren und andererseits eine Weiterverbreitung aus bereits infizierten Betrieben unterbinden sollen. Sie können durch Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen dazu beitragen unsere Geflügelbestände zu schützen!

Zu beachten ist deshalb, dass

  • in Freilandhaltungen die Tiere nicht mit Oberflächenwasser getränkt werden dürfen und nur an Stellen gefüttert werden, die für Wildvögel nicht zugänglich sind.
  • Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände, mit denen Geflügel in Berührung kommen kann, für Wildvögel unzugänglich aufzubewahren ist.
  • für zur Ein- oder Ausstallung beauftragte Personen  der Geflügelhalter gereinigte und desinfizierte Schutzkleidung oder Einwegkleidung bereitzuhalten hat und sicherzustellen ist, dass diese angelegt und nach dem Ablegen gereinigt und desinfiziert oder unschädlich beseitigt wird.

Werden in einem Geflügelbestand mehr als 1.000 Stück Geflügel gehalten, hat der Tierhalter sicherzustellen, dass

  • die Ein- und Ausgänge zu den Ställen oder die sonstigen Standorte des Geflügels gegen unbefugten Zutritt und unbefugtes Befahren gesichert sind,
  • die Ställe oder die sonstigen Standorte des Geflügels von betriebsfremden Personen nur mit betriebseigener Schutzkleidung oder Einwegkleidung betreten werden und dass diese Personen die Schutz und Einwegkleidung nach Verlassen des Stalles oder sonstigen Aufenthaltsortes des Geflügels unverzüglich ablegen,
  • Schutzkleidung nach Gebrauch unverzüglich gereinigt und Einwegkleidung nach Gebrauch unverzüglich unschädlich beseitigt wird,
  • nach jeder Ein- und Ausstallung von Geflügel die hierbei genutzten Gerätschaften, und der Verladeplatz gereinigt und desinfiziert werden und dass nach jeder Ausstallung die freigewordenen Ställe einschließlich der dort vorhandenen Einrichtungen und Gegenstände gereinigt und desinfiziert werden,
  • betriebseigene Fahrzeuge unmittelbar nach Abschluss des Geflügeltransports auf einem befestigten Platz gereinigt und desinfiziert werden,
  • Fahrzeuge, Maschinen und sonstige Gerätschaften, die in der Geflügelhaltung eingesetzt und von mehreren Betrieben gemeinsam benutzt werden, jeweils im abgebenden Betrieb vor der Abgabe gereinigt und desinfiziert werden,
  • eine ordnungsgemäße Schadnagerbekämpfung durchgeführt wird und hierüber Aufzeichnungen gemacht werden,
  • der Raum, der Behälter oder sonstige Einrichtungen zur Aufbewahrung von verendetem Geflügels bei Bedarf, mindestens jedoch einmal im Monat, gereinigt und desinfiziert werden,
  • eine betriebseigene Einrichtung zum Waschen der Hände sowie zur Desinfektion der Schuhe vorgehalten wird.

Um einen möglichen Eintrag des Virus schnell zu erkennen bzw. ausschließen zu können, gilt für alle Geflügelhaltungen, dass beim Auftreten von erhöhten Sterberaten innerhalb von 24 Stunden (ab drei Tiere, bei einer Bestandsgröße von bis zu 100 Tieren, oder mehr als 2 % der Tiere, ab einer Bestandsgröße von 100 Tieren) und erheblichen Veränderungen der Legeleistung oder der Gewichtszunahme, ein Tierarzt hinzuzuziehen und das Vorliegen der Geflügelpest abzuklären ist. Bei Wassergeflügel gilt dies ab einer dreifach erhöhten Sterberate bzw. einer Abnahme der Legeleistung bzw. Tageszunahme um mehr als 5%.

Weitere Informationen zur Klassischen Geflügelpest

Aktuelle Informationen zur Klassischen Geflügelpest und zum Seuchengeschehen in Europa finden Sie unter nachstehenden Links.

Haben Sie noch Fragen zur Aufstallungspflicht?

Wenden Sie sich an:

  • Inga Garrelfs
    LLH Bad Hersfeld,Tel.: 06621-9228-48
  • Dr. Christiane Keppler
    LLH Fritzlar, Tel.: 05622-79777-111