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Grundregeln einhalten

Lebensmittelsicherheit und Lebensmittelqualität

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Ein Stück Fleisch wird seziert
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Die Lebensmittel in Deutschland waren noch niemals so sicher und von so hoher Qualität wie in der heutigen Zeit. Auch die Beschaffenheit von Lebensmitteln in- und ausländischer Herkunft, die auf dem deutschen Markt angeboten werden, sind von guter Qualität. Das belegen regelmäßige Untersuchungen von Proben verschiedenster Produkte auf Stoffe wie unter anderem Pflanzenschutzmittelrückstände, Dioxin, Cadmium, Nitrat/Nitrit.

Wenn es um Rückstände in Lebensmitteln geht, sind Verbraucher auf den wissenschaftlichen Sachverstand der Untersuchungsbehörden angewiesen. Da es aber auf Grund der Fülle der angebotenen Erzeugnisse unmöglich ist, jedes in den Handel gelangende Lebensmittel vorher genau zu untersuchen, müssen die Verbraucher darauf vertrauen können, dass Hersteller, verarbeitende Betriebe und Händler ihre – nach dem Gesetz bestehende – Sorgfaltspflicht ernst nehmen und keine Risiken eingehen, die zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Verbraucher führen.

Um die Qualität der Lebensmittel zu sichern, müssen zum Schutz der Verbraucher bestimmte Grundregeln eingehalten werden:

  • Lebensmittel dürfen die menschliche Gesundheit nicht gefährden oder gar schädigen.
  • Lebensmittel dürfen nur unter hygienisch einwandfreien Bedingungen hergestellt, be- und verarbeitet werden.
  • Lebensmittel dürfen keine Rückstände von Pflanzenschutzmitteln, Tierarzneimitteln, Schwermetallen und anderen chemischen Stoffen enthalten bzw. die eventuell dafür festgelegten zulässigen Höchstmengen nicht überschreiten.
  • Lebensmittel müssen so gekennzeichnet sein, dass Verbraucher ausreichend und zutreffend informiert und dabei nicht getäuscht werden.
  • Für Lebensmittel darf nicht mit irreführenden Angaben geworben werden.
  • Lebensmittel müssen in Aussehen, Geruch, Geschmack und Farbe die für sie typischen Eigenschaften aufweisen.
  • Gegenstände des täglichen Bedarfs, insbesondere wenn sie mit Lebensmitteln in Berührung kommen, müssen so beschaffen sein, dass von ihnen keine Gefahr für die Gesundheit ausgeht.
  • Kosmetische Mittel dürfen keine Stoffe enthalten, die zu gesundheitlichen Schäden führen können. Irreführende Angaben und unzutreffende Hinweise auf bestimmte Wirkungen sind verboten.
  • Bei der Herstellung von Tabakerzeugnissen dürfen nur Stoffe verwendet werden, die ausdrücklich zugelassen sind.

Verbraucher sollten generell kritisch sein und ihre Einflussmöglichkeiten auf die Hersteller und den Handel nicht unterschätzen. Durch ihr persönliches Konsumverhalten, beispielsweise den gezielten Kauf oder auch bewussten Kaufverzicht eines Produktes, können sie ganz entscheidend mit beeinflussen, ob und wie lange sich ein Produkt auf dem Markt hält.

Auch bei Lebensmitteln gibt es ab und an Grund für Beanstandungen. Es muss nicht gleich Mäusekot im Essen sein, auch verschimmeltes Brot oder als „unbehandelt“ gekennzeichnete Zitronen, die dennoch mit einem Konservierungsmittel überzogen sind, fehlende oder falsche Angaben auf Lebensmitteln und so genannte Mogelpackungen (unverhältnismäßig große Verpackungsschachteln) sind einige Gründe für berechtigte Reklamationen. Nur wenn Missstände von Verbrauchern nicht hingenommen werden, besteht die Chance, dass sie abgestellt werden. Oft beruhen sie nur auf Unachtsamkeit der Anbieter und die Unregelmäßigkeiten lassen sich nach einem klärenden Gespräch leicht beheben.

Wann liegen beispielsweise Beschwerdegründe vor?

  • Täuschung/irreführende Kennzeichnung: überklebtes Haltbarkeitsdatum, unklare Herkunftsangabe, wenn das Produkt nicht hält was die Kennzeichnung verspricht
  • Verdorbene Lebensmittel: ranzige Nüsse, verschimmeltes Brot
  • Mangelnde Hygiene: Ungeziefer im Müsli, unsaubere Schneidebretter, schmutzige Wischtücher hinter dem Tresen
  • Krankheit nach dem Verzehr: Übelkeit, Durchfall nach dem Verzehr von Lebensmitteln nach Restaurant- oder Kantinenbesuch
  • Gesundheitsschädliche Bedarfsgegenstände: Hautreizungen durch Kosmetika, unzulässige Farbstoffe in Kleidung, verbotene Weichmacher in Spielwaren
  • Zu wenig Ware: Inhalt einer Packung entspricht nicht der Mengenangabe, Mitwiegen der Verpackung
  • Unwahre Informationen: unzulässige Auslobung gesundheitsbezogener Angaben, fehlende Angabe des Grundpreises, Kasse zeigt anderen Preis als an der Ware ausgezeichnet

Mangelhafte Lebensmittel sollten am besten direkt im Geschäft reklamiert werden. Die Verbraucher haben Anspruch auf Umtausch gegen einwandfreie Ware. Andernfalls kann Preisminderung beziehungsweise Geldrückgabe verlangt werden. Bei Problemen und wiederholten Beanstandungen ist es sinnvoll, die Lebensmittelüberwachungsbehörde einzuschalten. Sie kann Kontrollen vor Ort oder auch Untersuchungen von Proben veranlassen und dafür sorgen, dass die gesetzlichen Vorschriften eingehalten werden. Die Ämter für Veterinärwesen und Verbraucherschutz sind dankbar für Hinweise. Immer dann, wenn auch die Gesundheit anderer Menschen gefährdet sein könnte, etwa bei Brechdurchfall nach dem Essen in einer Gaststätte oder Kantine, ist es sinnvoll, die Behörde einzuschalten.