Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Life+Natur-Projekt

Wetterauer Hutungen

Eingebettet in die stark ackerbaulich genutzte Wetterau liegen isoliert auf kleinen Kuppen und in Hanglagen schafbeweidete Hutungen. Auf den bis in die 1960er Jahre noch offenen, mit Magerrasen bewachsenen Kuppen breiteten sich später immer größere Gehölzgruppen aus. Die artenreichen Freiflächen verinselten zunehmend, so dass sich eine Beweidung kaum noch lohnte. Dass dennoch einige Flächen erhalten geblieben sind, ist dem Einsatz von Schäfern, Ehrenamt und Fachbehörden zu verdanken.

Für die biologische Vielfalt des Naturraums sind die verbliebenen Magerrasen nach wie vor so wertvoll, dass sie in das europaweite Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000 der Europäischen Union aufgenommen wurden.

In der Region entstand darauf die Idee, sich zum Erhalt der Hutungen Unterstützung bei der Europäischen Union zu holen. Nach vielen Vorgesprächen wurde 2008 ein LIFE+ Natur-Antrag erarbeitet, der eine 50prozentige Unterstützung der EU sichern sollte. Dieser Antrag wurde 2009 genehmigt, so dass 2010 die Arbeit im Projekt beginnen konnte. Die Laufzeit umfasst 5 Jahre. Das Projektbudget liegt bei 4,1 Millionen Euro.

Ziel des Naturschutzprojektes ist es, die traditionell schafbeweideten Hutungen mit ihrer Artenvielfalt zu erhalten und weiter zu entwickeln. Dazu soll die (Schaf-) Beweidung der Magerrasen sichergestellt werden.

Ohne Schafbeweidung würden seltene Arten wie Karthäusernelke und Gewöhnliche Kuhschelle unter aufkommendem Gebüsch und Wald verschwinden. Zur Vergrößerung der beweidbaren Hutungen wird auf Teilflächen eine Instandsetzungspflege (Entbuschung, Entfilzung, Abräumen von Ablagerungen) durchgeführt. Durch Verbesserung der infrastrukturellen Einrichtungen (Tränken, Triftwege, Pflegegeräte, Zäune) und der Vermarktung sollen vor allem die Schäfer und ihre Zusammenarbeit untereinander unterstützt werden.

Projektbeteiligte
Projektträger des ersten hessischen LIFE+Natur-Projektes ist das Land Hessen, vertreten durch das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Projektpartner sind der Wetteraukreis und die Städte Nidda und Hungen. Das Projekt wird tatkräftig von zahlreichen Kommunen, regionalen Vereinen und Naturschutzgruppen unterstützt. Sponsoren des Projektes sind die OVAG (regionaler Energieversorger) und die Stiftungen der Sparkassen Laubach-Hungen und Oberhessen.

Life+

LIFE+ ist das einzige Förderprogramm der Europäischen Union, das ausschließlich Umwelt- und Naturschutzvorhaben unterstützt. Der Schwerpunkt der Maßnahmen dient dem Erhalt bzw. der Wiederherstellung naturnaher Lebensräume und Populationen gefährdeter wildlebender Pflanzen- und Tierarten. LIFE+ unterstützt daher hauptsächlich Maßnahmen in Natura 2000-Gebieten (FFH- und Vogelschutzgebieten).

LIFE+ kommt dann zum Zuge, wenn andere EU-Förderprogramme nicht anwendbar sind. Im Zeitraum 2007 – 2013 stellt die Europäische Union 2,1 Milliarden Euro für LIFE+ Projekte zur Verfügung. Die Ko-Finanzierung durch die europäische Gemeinschaft kann bis zu 50 Prozent der Gesamtkosten betragen, in Ausnahmefällen sogar 75 Prozent.