Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Stromnetze

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Strommast, Freileitung
Strommast
© HMWVL

Niederfrequente Felder treten überall dort auf, wo elektrische Energie erzeugt, transportiert oder angewendet wird, also in der Nähe von Hochspannungsfreileitungen, Erdkabeln, Transformatorenstationen, der Hausinstallation und elektrischen Geräten.

Zum Schutz der Bevölkerung vor gesundheitsschädigenden Wirkungen elektrischer und magnetischer Felder gilt in Deutschland seit 1997 die 26. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (26. BImSchV). In ihr werden Grenzwerte u. a. für den Betrieb von ortsfesten Niederfrequenz- und Gleichstromanlagen (z. B. Hochspannungsleitungen) auf der Basis von Empfehlungen der Internationalen Kommission zum Schutz vor nichtionisierenden Strahlen (ICNIRP) sowie der Weltgesundheitsorganisation (WHO), zwei international anerkannte Gremien, und Empfehlungen der deutschen Strahlenschutzkommission (SSK) festgelegt.

Grundlage dieser Empfehlungen sind die wissenschaftlich nachgewiesenen, gesundheitsrelevanten biologischen Wirkungen, die durch eine Einwirkung niederfrequente Felder ausgelöst werden können. Die Grenzwerte wurden so festgelegt, dass die Bevölkerung vor wissenschaftlich nachgewiesenen gesundheitlichen Risiken geschützt wird.

Der Betreiber einer Niederfrequenzanlage mit einer Nennspannug von 110 Kilovolt und mehr oder einer Gleichstromanlage hat diese der zuständigen Behörde, in Hessen sind dies die Umweltabteilungen der Regierungspräsidien Darmstadt, Gießen und Kassel, mindestens zwei Wochen vor der Inbetriebnahme oder einer wesentlichen Änderung anzuzeigen, soweit § 7 Abs. 1 und 2 der 26. BImSchV einschlägig sind. Es ist von den Betreibern nachzuweisen, dass die zulässigen Grenzwerte der 26. BImSchV einhalten werden. Bei sensiblen Nutzungen in der näheren Umgebung derartiger Anlagen wie zum Beispiel Wohnungen, Krankenhäuser, Schulen oder Kindergärten, müssen nach § 4 der 26. BImSchV weitergehende Anforderungen zur Vorsorge getroffen werden.

Seit Januar 1997 ist die 26. Verordnung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes in Kraft. Seitdem wurde die Verordnung regelmäßig an die neuen Erkenntnisse aus dem Bereich der elektromagnetischen Felder angepasst und fortgeschrieben. Die aktuell gültigen Grenzwerte ergeben sich aus Anhang 1 der Verordnung. Dabei sind die Regelungen der §§ 2, 3, 3a und 10 zu beachten.