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Ökolandbau

Hessische Agrarpolitik ist Erfolgsmodell

BIOFACH 2017: Landwirtschaftsstaatssekretärin Dr. Tappeser besucht hessische Unternehmen auf der weltweit größten Biomesse in Nürnberg

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Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser
Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser
© HMUKLV / S.Feige

„Mehr regional vermarktete und ökologisch erzeugte Lebensmittel sind ein zentrales Anliegen der hessischen Agrarpolitik. Und wir haben damit Erfolg: Die ökologisch bewirtschaftete Fläche und die Zahl der Biobetriebe steigen kontinuierlich. Verbraucherinnen und Verbraucher entscheiden sich zudem häufiger für ein ökologisch erzeugtes Produkt – auch aus gesundheitlichen Gründen“, sagte Dr. Beatrix Tappeser, Staatssekretärin im Hessischen Landwirtschaftsministerium anlässlich ihres Besuchs der diesjährigen BIOFACH 2017 in Nürnberg. Allein im Jahr 2016 hat die ökologisch bewirtschaftete Fläche in Hessen um 10.000 Hektar zugenommen. Ihr Anteil liegt damit bei 12,5 Prozent. Mit dem Ökoaktionsplan, den besseren Förderbedingungen des Hessischen Programms für Agrarumwelt- und Landschaftspflegemaßnahmen (HALM) sowie einer intensiven Beratung für Betriebe, die erweitern oder umstellen wollen, hat Hessen den Ökolandbau nachhaltig unterstützt. „Wir sind in Hessen im Ökolandbau bundesweit Spitzenreiter. Das wollen wir bleiben“, betonte Staatssekretärin Dr. Tappeser.

„Eine ökologische Landwirtschaft wirkt sich positiv auf Klimaschutz und Artenvielfalt aus, reduziert Energie und Emissionen. Darum ist es wichtig, dass die wachsende Nachfrage nach Bioprodukten in Hessen auch aus unseren Regionen gedeckt wird“, sagte Dr. Tappeser. Die Aktionsgemeinschaft „Echt Hessisch“ entwickelt Projekte zur Stärkung der regionalen Vermarktung. Finanziell unterstützt durch das Hessische Landwirtschaftsministerium, wird „Echt Hessisch“ in den nächsten Jahren mit zahlreichen Projekten und Veranstaltungen Erzeuger, Verarbeiterinnen, Händler, Gastronominnen und Großküchenleiter zusammenbringen. Sie werden Hilfestellungen für den Aufbau neuer Wertschöpfungsketten geben und neue Vertriebswege für die Direktvermarktung erkunden und fördern.

„Die Veränderungen in der hessischen Landwirtschaft zeigen, was möglich ist. Doch können die Bundesländer das auf Dauer nicht alleine stemmen, dafür brauchen wir mehr finanzielle Unterstützung der Bundesregierung“, sagte die Staatssekretärin. Sie zeigte sich erfreut darüber, dass Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) mehr Mittel für den Ökolandbau in Aussicht stellt. Zugleich forderte sie aber: „Für eine tierfreundlichere und nachhaltigere Landwirtschaft brauchen wir eine klare Strategie, die unseren Betrieben Planungssicherheit gibt und den Verbraucherinnenwünschen folgt. Daher ist es wichtig, dass EU-Fördergelder stärker an den naturschutzfachlichen und gesellschaftlichen Aufgaben einer modernen Landwirtschaft ausgerichtet werden.“

Zum Besuchsprogramm der hessischen Staatssekretärin gehörte auch der Stand der Bingenheimer Saatgut AG, einem Unternehmen aus der Wetterau, das dem Demeter-Verband angehört. „ Saatgutentwicklung ist ein sehr wichtiger Teil einer zukunftsfähigen ökologischen Landwirtschaft. Zudem wird darüber ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal für unsere Regionalprodukte garantiert, die Freiheit von Gentechnik und ich will, dass Verbraucherinnen und Verbraucher weiter die Freiheit haben zu wählen“, sagte Dr. Tappeser. Deshalb sei Hessen vor zwei Jahren dem europäischen Netzwerk der gentechnikfreien Regionen beigetreten.

Im Besichtigungsprogramm waren in diesem Jahr weiterhin ein Kräuterproduzent aus Nordhessen und ein Teeproduzent aus Südhessen. Zudem stattete die Staatssekretärin der BioBoden-Genossenschaft einen Besuch ab, dem Unternehmen des Jahres auf dieser Messe. Das Partnerunternehmen der GLS-Bank sammelt privates Kapital, um damit Ackerland für den Bioanbau in Deutschland zu sichern. Freie Flächen und Betriebe werden gekauft und entweder selbst bewirtschaftet oder verpachtet. „Ich finde es gut, dass für diesen Zweck das Genossenschaftsmodell gewählt wurde. So können viele Menschen gemeinsam Verantwortung für eine regional verankerte, ökologische Landwirtschaft übernehmen“, betonte die Staatssekretärin.

Hintergrund:

Die BIOFACH ist die weltweit größte Messe und Weltleitmesse für ökologische Konsumgüter. Sie findet seit 1999 jedes Jahr im Februar auf dem Messegelände der Stadt Nürnberg statt. Veranstalter der BIOFACH ist die Messe Nürnberg, die ideelle Schirmherrschaft hat die IFOAM  Organics International, der Weltdachverband der ökologischen Anbauverbände, übernommen. Nationaler ideeller Träger ist der Bund Ökologischer Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). Seit 2007 wird der Bereich Naturkosmetik in der eigenständigen, zeitparallel im Messezentrum abgehaltenen Fachmesse VIVANESS zusammengefasst.

Die Aussteller der BIOFACH decken folgende Themengebiete ab: Frischeprodukte, Tiefkühlprodukte, Trockenprodukte (insbesondere Kochen und Backen, Snacks und Süßigkeiten), Getränke, Non-Food, Technik und Ausstattung, Medien, Dienstleister.

So wie sich die rund 2.500 Aussteller für ihre ca. 45.000 Fachbesucher präsentieren, hat das schon lange nichts mehr mit dem klassischen Ökoimage zu tun, sondern hier werden Innovationen rund um die Ernährungswirtschaft präsentiert und Produkte wie auch Informationen ausgetauscht.

 

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