Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Bioenergie

Biomassenutzung

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Kollage zum Thema Biomasse
© Energieland Hessen

Biomasse ist ein kostbarer, vielseitig einsetzbarer Rohstoff, der auch eine wichtige Ausgleichsfunktion beim verstärkten Einsatz wetterabhängiger Energieträger übernehmen kann. Bei Bioenergieträgern ist stets ein Abwägen zwischen flächengebundener Produktion von Nahrungsmitteln einerseits und Energiepflanzen andererseits erforderlich. Der Energiegipfel sieht generell ein Potenzial der Energieerzeugung aus Biomasse von ca. 13,5 TWh/a (TeraWattStunde/annum). Die hessische Bioenergieerzeugung betrug im Jahr 2004 rund 4 TWh und steigerte sich auf rund 7 TWh im Jahr 2008. Damit steht ein noch nicht genutztes technisches Biomassepotenzial von weiteren rund 7,4 TWh/a zur Verfügung. Biomasse trägt den Hauptanteil zur regenerativen Energieerzeugung in Hessen. Der Großteil der Bioenergie wird für die Wärmebereitstellung verwendet.

Der Energiegipfel hat sich auf Potenziale einzelner Energieträger verständigt und Empfehlungen zur Nutzung dieser Potenziale in der Energiewende entwickelt. Diese sind für den zukünftigen Ausbau der energetischen Nutzung von Biomasse:

  • Effizienzsteigerung von Biomassenutzungsanlagen (z.B. verbesserte Wärmenutzungskonzepte oder Biogasaufbereitung und –einspeisung in Erdgasnetze)
  • Unterstützung von Projekten zur Steigerung der Nutzung von biogenen Reststoffen und Abfällen
  • Beachtung der Nachhaltigkeit der Bereitstellung von Biomasse
  • Unterstützung von Konzepten auf der Basis von speicherbarem Methan als Energieträger.

Die Potenziale von Biomasse zur Energiegewinnung sind effizient zu nutzen. Biomasse, zum Beispiel aus energiereichen Pflanzen, soll in Zukunft gerade als flexible Erzeugungskapazität eingesetzt werden können. Dabei soll die Biomassenutzung aus der Landwirtschaft und dem Wald im Einklang mit dem Erhalt der biologischen Vielfalt erfolgen. Vorrangig sollen Abfall- und Reststoffe zur Energieerzeugung verwendet werden.

Bei der Bioenergie sind aber auch Nutzungskonkurrenzen hinsichtlich Lebensmittelproduktion und Rohstoffen zur stofflichen Nutzung (z. B. für die chemische Industrie, für Baustoffe (bei Holz sind es vor allem die Platten- und Papierindustrie) oder für Arzneimittel zu bedenken. Daher ist eine effiziente und nachhaltige Biomassenutzung von besonderer Bedeutung.

Zur nachhaltigen Weiterentwicklung der erneuerbaren Energien in Hessen wurde im Dialog mit der Arbeitsgruppe „Hessische Biomassestrategie“ der „Biomasseaktionsplan 2020 des Landes Hessen“ erarbeitet. Hierin sind die Schwerpunktaktivitäten und Maßnahmen zum weiteren Ausbau der energetischen Biomassenutzung in Hessen für die nächsten Jahre dargestellt. Beispiele für künftige Handlungsfelder, Aktionen und Maßnahmen zum Ausbau der energetischen Biomassenutzung und Effizienzsteigerung in Hessen sind:

  • die Weiterentwicklung und Anpassung der Förderung und Fortführung der Qualitätssicherung durch Beratung
  • die Förderung der Nutzung „neuer“ Biomassen und der Konversion „schwierigerer Inputstoffe“
  • die Mitarbeit bei der Erstellung Regionaler Energiekonzepte
  • Projekte zur Steigerung der Nutzung von biogenen Reststoffen und Abfällen
  • die Durchführung von Fachveranstaltungen zur effizienten Bioerdgasproduktion und -nutzung (Strom und Wärme)
  • eine intensive Öffentlichkeitsarbeit.

Die Potenziale der Bioenergie in Hessen liegen seit 2004 in kontinuierlichen Datenreihen vor (Biomassepotenzialstudien 2005 und 2010). Derzeit erfolgt darauf aufbauend eine Aktualisierung der Daten zum Stand der hessischen Energieerzeugung aus Biomasse. Ein darauf abgestimmtes jährliches Monitoring bis zum Jahr 2016 soll bei der Anpassung der entsprechenden Maßnahmen des Biomasseaktionsplans jeweils aktuelle Grundlagendaten zur Verfügung stellen.